Nach den ersten Tagen in
meiner mit etwa 15°C eher kalten Wohnung und dem humiden Klima rächt
sich mein Immunsystem: Ich habe Husten, Schnupfen, Heiserkeit. Bloß
gut, dass Mutti so gut für mich sorgt und mir Nasenspray und
Schmerztabletten eingepackt hat.
Ansonsten fuhr ich
gestern das erste Mal mit dem Bus zur Uni und kam, welch Wunder,
sogar nach etwa 30 min am Universitätskrankenhaus an. Im Bus wurde
das Ticket vom Fahrer abgerissen, weshalb kein Umstieg möglich
ist. Ansonsten handelt es sich bei diesen Bussen wohl um
„Gebrauchtbusse“ aus Deutschland, wie folgende Aufkleber
beweisen.
Mit Elina brauchte ich nur ca. 15 min zur Uni. Dafür mit etwas mehr Abenteuer, da wir auf
der Schnellstraße (als Autobahn würde ich es nicht bezeichnen, wenn man allerhöchstens 120 km/h fahren darf) fahren. Diese hat 2 breitere Spuren, wird aber von
Dörflern gern für 3-spurig gehalten...und die Autos
würden bei uns teilweise auch nicht mehr durch den TÜV kommen. Ich
bin mal gespannt, wie meine Eltern im April dieses Abenteuer meistern
werden ;-)
Gestern konnte ich
endlich alle Vorlesungen mit den Professoren abklären. 2 der 4
Vorlesungen, „Introduction to Foodchemistry“ und „Metalions in
Medicine“, werde ich als „reading course“ mithilfe von
englischen Büchern selbstständig durcharbeiten. Die anderen beiden
(„Biocatalysis in organic synthesis“ und „chemistry in health and disease“) werde ich als griechische Vorlesungen hören, jedoch
eventuell mit Option auf englische Erklärungen zwischendurch bzw.
die Professorin für Biocatalysis lud mich einmal die Woche auf ein
Treffen ein, um ihre Vorlesung zu besprechen.
Anschließend zeigte mir
meine Projektpartnerin Myrsini das Labor und mein „Arbeitsmaterial“.
Wir werden Extrakte von Johanniskraut herstellen und diese mittels
GC-MS untersuchen. Ich bin schon sehr gespannt. Auf jeden Fall wird
es sehr lustig mit Myrsini und den anderen aus dem Labor werden, die
mich auch sofort herzlich begrüßt und in ihre Runde aufgenommen
haben. Besonders am gesterigen speziellen Donnerstag ("σικνοπεμπτη")
vor Karneval (ja, auch auf Kreta wird Karneval gefeiert)
konnte ich die Gastfreundschaft der Griechen kennenlernen. An diesem
Tag wird im ganzen Land gegrillt, weshalb dieser besondere
Fleischgeruch in der Luft liegt. Nach diesem Tag verzichten die Griechen für
40 Tage auf Fleisch- Fastenzeit!
Auch an der Uni wurde
fleißig gegrillt und so wurde ich auf ein deftiges Mahl in die
Glasbläserwerkstatt eingeladen. Zusammen mit den Sekretärinnen der
Fakultät und meinen Laborkollegen genossen wir Gegrilltes, Brot,
Tzatziki und Salat.
Dazu haben sich bereits
ein paar verkleidet, bevor am Wochenende zum großen Karneval in
Iraklio alle in Kostümen erscheinen.
| Nein, ich habe nicht mit Rauchen angefangen ;-) (neben mir sitzt Myrsini) |
Später grillten auch
Elina, Vasso und ihre Laborkollegen auf dem Dach der Uni. Zwar regnete es ein wenig aber wir hatten trotzdem sehr viel Spaß! Ich konnte meine wenigen
Griechischkenntnisse ausprobieren und fand Griechen, die noch ein
bisschen Deutsch aus Schulzeiten konnten: "Ich habe kein Geld!"
Nachdem alle satt und froh waren, wärmten wir uns die Hände am noch warmen Grill (Wir nannten es unser „central heating system“ ;-) ) bzw. andere tanzten zu Original kretischer Musik mit samt Straßenhund!
Nachdem alle satt und froh waren, wärmten wir uns die Hände am noch warmen Grill (Wir nannten es unser „central heating system“ ;-) ) bzw. andere tanzten zu Original kretischer Musik mit samt Straßenhund!
| Vasso hat viel Spaß |
| Central heating system or "Ich habe kein Geld!" |
Schließlich fuhr ich mit
Vasso gegen 18:30 Uhr mit dem Bus zurück nachhause und versuchte
mich zu kurieren, damit ich für den nächsten Tag etwas fitter bin.
Da heute meine erste Vorlesung bereits um 9:15 Uhr startete, musste ich den Bus um 8:00 Uhr nehmen. Sehr früh für griechische Verhältnisse!
Schließlich musste ich noch eine geschlagene Stunde auf den Beginn meiner Vorlesung warten, da nach dem gesterigen Tag neben mir nur 2 weitere Studenten im Amphittheater 3 erschienen. Daher war es aber kein Problem die Vorlesung auf Englisch zu hören. Prof. Rizos erzählte heute in der Vorlesung "chemistry in health and disease" interessante Zusammenhänge zwischen Ernährung, Krankheiten und Medikamenten. Er zeigte zunächst viele Statistiken über Anzahl und Art von Krankheiten und welche Ursachen diese haben könnten. Mein Interesse ist geweckt!
Schließlich musste ich noch eine geschlagene Stunde auf den Beginn meiner Vorlesung warten, da nach dem gesterigen Tag neben mir nur 2 weitere Studenten im Amphittheater 3 erschienen. Daher war es aber kein Problem die Vorlesung auf Englisch zu hören. Prof. Rizos erzählte heute in der Vorlesung "chemistry in health and disease" interessante Zusammenhänge zwischen Ernährung, Krankheiten und Medikamenten. Er zeigte zunächst viele Statistiken über Anzahl und Art von Krankheiten und welche Ursachen diese haben könnten. Mein Interesse ist geweckt!
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