Freitag, 17. Februar 2012

Mir bekommt wohl das Klima nicht...


Nach den ersten Tagen in meiner mit etwa 15°C eher kalten Wohnung und dem humiden Klima rächt sich mein Immunsystem: Ich habe Husten, Schnupfen, Heiserkeit. Bloß gut, dass Mutti so gut für mich sorgt und mir Nasenspray und Schmerztabletten eingepackt hat.
Ansonsten fuhr ich gestern das erste Mal mit dem Bus zur Uni und kam, welch Wunder, sogar nach etwa 30 min am Universitätskrankenhaus an. Im Bus wurde das Ticket vom Fahrer abgerissen, weshalb kein Umstieg möglich ist. Ansonsten handelt es sich bei diesen Bussen wohl um „Gebrauchtbusse“ aus Deutschland, wie folgende Aufkleber beweisen.



Mit Elina brauchte ich nur ca. 15 min zur Uni. Dafür mit etwas mehr Abenteuer, da wir auf der Schnellstraße (als Autobahn würde ich es nicht bezeichnen, wenn man allerhöchstens 120 km/h fahren darf) fahren. Diese hat 2 breitere Spuren, wird aber von Dörflern gern für 3-spurig gehalten...und die Autos würden bei uns teilweise auch nicht mehr durch den TÜV kommen. Ich bin mal gespannt, wie meine Eltern im April dieses Abenteuer meistern werden ;-)

Gestern konnte ich endlich alle Vorlesungen mit den Professoren abklären. 2 der 4 Vorlesungen, „Introduction to Foodchemistry“ und „Metalions in Medicine“, werde ich als „reading course“ mithilfe von englischen Büchern selbstständig durcharbeiten. Die anderen beiden („Biocatalysis in organic synthesis“ und „chemistry in health and disease“) werde ich als griechische Vorlesungen hören, jedoch eventuell mit Option auf englische Erklärungen zwischendurch bzw. die Professorin für Biocatalysis lud mich einmal die Woche auf ein Treffen ein, um ihre Vorlesung zu besprechen.
Anschließend zeigte mir meine Projektpartnerin Myrsini das Labor und mein „Arbeitsmaterial“. Wir werden Extrakte von Johanniskraut herstellen und diese mittels GC-MS untersuchen. Ich bin schon sehr gespannt. Auf jeden Fall wird es sehr lustig mit Myrsini und den anderen aus dem Labor werden, die mich auch sofort herzlich begrüßt und in ihre Runde aufgenommen haben. Besonders am gesterigen speziellen Donnerstag ("σικνοπεμπτη") vor Karneval (ja, auch auf Kreta wird Karneval gefeiert) konnte ich die Gastfreundschaft der Griechen kennenlernen. An diesem Tag wird im ganzen Land gegrillt, weshalb dieser besondere Fleischgeruch in der Luft liegt. Nach diesem Tag verzichten die Griechen für 40 Tage auf Fleisch- Fastenzeit!
Auch an der Uni wurde fleißig gegrillt und so wurde ich auf ein deftiges Mahl in die Glasbläserwerkstatt eingeladen. Zusammen mit den Sekretärinnen der Fakultät und meinen Laborkollegen genossen wir Gegrilltes, Brot, Tzatziki und Salat.
Dazu haben sich bereits ein paar verkleidet, bevor am Wochenende zum großen Karneval in Iraklio alle in Kostümen erscheinen.


Nein, ich habe nicht mit Rauchen angefangen ;-) (neben mir sitzt Myrsini)





Später grillten auch Elina, Vasso und ihre Laborkollegen auf dem Dach der Uni. Zwar regnete es ein wenig aber wir hatten trotzdem sehr viel Spaß! Ich konnte meine wenigen Griechischkenntnisse ausprobieren und fand Griechen, die noch ein bisschen Deutsch aus Schulzeiten konnten: "Ich habe kein Geld!"
Nachdem alle satt und froh waren, wärmten wir uns die Hände am noch warmen Grill (Wir nannten es unser „central heating system“ ;-) ) bzw. andere tanzten zu Original kretischer Musik mit samt Straßenhund!




Vasso hat viel Spaß

Central heating system or "Ich habe kein Geld!"
Schließlich fuhr ich mit Vasso gegen 18:30 Uhr mit dem Bus zurück nachhause und versuchte mich zu kurieren, damit ich für den nächsten Tag etwas fitter bin.

Da heute meine erste Vorlesung bereits um 9:15 Uhr startete, musste ich den Bus um 8:00 Uhr nehmen. Sehr früh für griechische Verhältnisse!
Schließlich musste ich noch eine geschlagene Stunde auf den Beginn meiner Vorlesung warten, da nach dem gesterigen Tag neben mir nur 2 weitere Studenten im Amphittheater 3 erschienen. Daher war es aber kein Problem die Vorlesung auf Englisch zu hören. Prof. Rizos erzählte heute in der Vorlesung "chemistry in health and disease" interessante Zusammenhänge zwischen Ernährung, Krankheiten und Medikamenten. Er zeigte zunächst viele Statistiken über Anzahl und Art von Krankheiten und welche Ursachen diese haben könnten. Mein Interesse ist geweckt!

Amphittheater 3


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