Pünktlich um 17:00 Uhr
startete ich mit Aegean Airlines in Richtung Heraklion und werde wohl
nie mehr diese Aussicht vergessen. Der 35-minütige Flug über Milos
nach Kreta wurde ausschließlich von Sonnenschein begleitet. Im
Anflug auf Kreta flogen wir hunderte Meter entlang der Küste mit
Sicht auf den schneebedeckten höchsten Berg Kretas, den Psiloritis.
Schließlich landeten wir
und nachdem ich meinen geliebten Koffer in die Arme schließen
konnte, empfang mich auch schon Vasso. Elina kam etwas später per
Auto samt ihrem Freund Tasso (ich weiß nicht, ob das die richtige
Schreibweise ist ;-)).
Alle samt fuhren wir gen
Hotel, wo mein Apartment auf mich wartete. Während der Fahrt kamen
jedoch Zweifel, ob ich mir die richtige Unterkunft rausgesucht habe,
da Elina und Vasso mir sagten, dass 300 Euro für diese Saison viel
zu viel wären. Kurzerhand redeten wir mit Giorgos und Maria vom
Hotel und sie gewährten mir für 200 Euro ein Zimmer. Da das Hotel
jedoch auch sehr weit vom Stadtzentrum sowie von der Universität
entfernt ist, einigten wir uns darauf, dass ich die erste Woche nach
einer neuen Unterkunft suchen kann und danach entscheide, wo ich
bleiben möchte.
Ich packte also meinen Koffer in mein Zimmer und los gings in das
Zentrum von Heraklion. Dort fielen mir zunächst die vielen Plakate
auf der πλατεία auf: Auch hier auf
Kreta demonstrieren die Griechen gegen die EU und die Regierungen von
Deutschland und Frankreich. Daher auch die vielen Polizisten in
kompletter Montur vor dem Rathaus und überall, wo viele Menschen
aufeinander treffen.
Wir entschieden uns zunächst für Gyros mit Pommes im Pitabrot. Sehr
lecker aber auch sehr gehaltvoll. Anschließend zog es uns in ein
Cafe/ eine Bar, wo wir eine ζεστή σοκολάτα
tranken und Uno spielten. Im Übrigen eine super Gelegenheit die
Farben μπλε, κόκκινο, πράσινο
und κίτρινο
zu üben.
Nachdem ich mich doch für
eine Runde Schlaf entschied, fuhr leider kein Bus mehr nach Ammoudara
zu meinem Hotel, so dass ich mich in ein Taxi setzen musste. Der
Taxifahrer fragte mich auch direkt nach meiner Herkunft und
antwortete mit einem „oouuuuhhhh“, bei dem er die Stirn runzelte.
Das wird wohl nicht das letzte Mal gewesen sein!
So ging ich in mein
Zimmer, machte mein Bett fertig und versuchte zu schlafen.
Nach einer sehr kalten
und unruhigen Nacht wachte ich gegen 12 Uhr auf und nahm eine kalte
Dusche. Leider hat das Hotel nur Wasserkanister auf dem Dach, welche
durch die Sonne erhitzt werden. Heute früh jedoch schien keine
Sonne, weshalb mir nichts anderes übrig blieb als das kalte Nass
über mich ergehen zu lassen.
Schließlich holte Elina
mich ab und wir fuhren zu ihrer Wohnung, wo sie mir neben ihrer auch
ihre Nachbarwohnung zeigte, die gerade frei wurde. Zwar ohne Möbel
war diese Wohnung ein Traum. Eine wunderschöne neue Küche (besser
als meine in Leipzig), ein sehr schönes Bad, Einbauschrank im
Schlafzimmer, riesiger Balkon.
Da dieses Haus Elinas
Eltern gehört, überzeugte sie diese und sie möblierten mir nun die
Wohnung, sodass ich bereits nach dem 1. Tag in Heraklion die
Unterkunft wechselte.
Nun wohne ich also Tür
an Tür mit Elina (und Tasso) und würde am liebsten die Wohnung mit
nach Leipzig nehmen (inklusive Aussicht).
Am Abend traf ich mich mit Vasso und ihrem Freund an der πλατεία.
Ein nicht ganz einfaches Unterfangen, da
auch hier viele Menschen demonstrierten. Wir gingen
schließlich in eine Art Taverna, wo man leckeren Wein und viele
kleine Vorspeisen genießen kann. Als kostenlose Zugabe gab es
Dessert: eine Art Kräppelchen mit Schokosoße und Schokokuchen (ein
Traum!!!). Das wird sicher nicht das letzte Mal gewesen sein!!!
Anschließend gingen wir in eine Rockbar, tranken Bier und trafen 2
Kommilitoninnen von Vasso und Elina, wobei sich herausstellte, dass
eine der beiden meine Projektpartnerin des Praktikums an der Uni ist.
Sie nahm mich schließlich in ihrem Auto mit und brachte mich
glücklich und leicht angeheitert nachhause. Im Treffenhaus wünschte
mir Elina καληνύχτα ...
Heute nun fuhren wir zur Πανεπιστήμιο in Voutes/ Heraklion mit dem Campus für Biologie,
Chemie, Physik und Medizin. Mathematik und Informatik ist in Knossos
und alle Geisteswissenschaften befinden sich in Rethymno.
Die Chemie liegt auf
einem Hügel und ist ein älterer Neubau, etwas steril und durch die
aktuelle Situation mit Graffitis bemalt.
Ein großes Problem auf
Kreta sind Straßenhunde und besonders an und in der Uni. So sitze
ich gerade im Foyer der Chemie und zwei Hunde laufen hier rum, wühlen
in den Mülleimern und lassen sich von den Studenten streicheln. Für
mich ein total befremdliches Bild.
So warte ich jetzt
darauf, dass es endlich 12 Uhr wird und ich im ERASMUS-Büro alles
regeln kann und Prof. Katerinopoulos kennenlerne. Jetzt wird es
ernst....waaahhh!
Klasse, dass du gleich so eine super neue Unterkunft gefunden hast. In der Nähe von Bekannten zu sein, ist sicher nicht schlecht für den Start in einem neuen Land. Hoffe und bin mir sicher, dass du auch so schnell dann in der Uni Fuß fassen wirst!
AntwortenLöschenGanz liebe Grüße aus Jena :)
ja, ich hatte wirklich Glück! Elina (die blonde vom Foto) nimmt mich jetzt auch für die erste Zeit im Auto mit zur Uni! Also das Erlebnis Busfahren muss noch ein bisschen warten ;-)
LöschenAn der Uni sind alle total nett zu mir....auch wenn ich ihnen sage, dass ich aus Deutschland komme. Sie fragen mich nur immer, was ich von Griechenland halte....was soll man darauf sagen?
Im Labor gehts erst nächste Woche richtig los, also habe ich noch ein bisschen Zeit mich einzugewöhnen.
Auch ganz liebe Grüßchens aus Iraklio!